Tag 19 – Rallye hat Pause in Rot-Front

Die Berghütte von Heinrich Schmidt ist ein wunderbarer Ort. Im Grunde genommen war gestern Abend schon klar, dass wir einen Tag dranhängen und die Rally Rally sein lassen. Wir haben die Nacht in unseren Schlafsäcken auf einem Matratzenlager verbracht. Der Schlaf war so tief und fest, dass die Mannschaft erst gegen halb neun aus den Federn kommt. Nur Carsten, der Frühaufsteher, war schon mit den Hühnern wach.
Nach dem Frühstück und einem ausgiebigen Faulenzen soll es heute auf den Berg gehen. Zu Fuß! Erstes Höhentraining für den Pamir Highway, der in den kommenden Tagen auf uns wartet.
Nachdem die Schuhe geschnürt und ein paar Wasserflaschen eingepackt sind, ruft der Berg. Auf der anderen Seite des kleinen Tals führt eine Ziegenpfad in den lichten Wald hinauf. Wir kommen an frei laufenden Pferden und Rindern vorbei, die verstreut in den Wälder nach Futter suchen. Nach der ersten Bergkuppe sind wir noch zu dritt, Carsten fehlt die nötige Motivation. Die anderen lassen sich von einer steinernen Bergspitze locken, über der Baumgrenze thront. Es wird anstrengender als gedacht. Durch schmale Täler mit steilen Flanken geht es über Stock und Stein bergan. Es ist hier nicht wie in den Alpen – kein Wanderweg weit und breit zu sehen. Fünf Stunden dauert die Tour insgesamt. Von 1.600 Metern Höhe, auf der die Berghütte steht, bis hinauf auf gut 2.300 Meter.
Zurück im Tal sind alle mächtig geschafft – und es hat riesig Spaß gemacht. Wir faulenzen noch ein wenig bevor es am Abend Nudeln mit Gulaschsauce gibt – aus Armeebeständen und doch richtig lecker.
Kurz vor der Dämmerung gibt es noch ein wunderschönes Bild: Über einen kahlen Bergrücken kommen die Tiere des Hofes von Petrus nach Haus – allein. Der ganze Berg ist voller freilaufender Schafe, Rinder und Pferde, die von selbst ihren Weg in den heimischen Stall finden.
Ausgepowert von der anstrengenden Tour gehen heute die Lichter sehr früh aus.
Morgen wird ein langer Tag und die ersten 3.000er Pässe warten…

Bonnie&Clyde: …wurden heute, ausser für einen kurzen Einkauf, nicht bewegt
Stimmung im Team: Kaputt aber glücklich nach einem anstrengenden Wandertag
Kilometer: 30
Wetter: Bewölkt und abends ungewohnt kühl

Tag 18 – Aus der kasachischen Steppe zu den deutschen Wurzeln von Rot-Front

Ein Highlight jagt das nächste. Heute tauchen wir in deutsche Geschichte ein: Es geht nach Rot-Front, einer deutschen Siedlung in Kirgisien. Doch der Reihe nach.
Der Morgen beginnt heute spät, erst nach acht kommt die Mannschaft verschlafen auf die Beine. Im Licht der Morgensonne gibt es einen heißen Pott Kaffee und die Reste vom EPA-Paket. Der Hunger ist allerdings nicht allzu groß – die Rindersteaks waren echt heftig groß. Der Blick auf die Berge hinter uns und die Steppe mit der Stadt Merke vor uns ist zu schön, um gleich wieder auf die Bahn zu gehen. Und so kommen wir erst weit nach neun los. Zur 30 Kilometer entfernten Grenze ist es nicht weit und der Übertritt ist der einfachste seit langem. Ein paar Stempel, ein Blick in das Auto, ‚Auf Wiedersehen‘, ‚Herzlich Willkommen‘ – das war’s. Unterwegs sehen wir an diesem Morgen wieder unglaublich viele Schulkinder, die alle in hübsche Schuluniformen gekleidet sind. Die Mädchen immer mit Schleife im Haar, die Jungs gelegentlich sogar im Anzug.
Nun sind wir im vorletzten Land unserer langen Reise: Kirgisien, Kirgistan oder Kirgisistan – wie’s beliebt. Von diesem Land wissen wir eigentlich sehr wenig und doch ist es ein wichtiges Zwischenziel unserer Reise. Hier soll es noch deutsche Siedlungen geben, deren Geschichte ausnehmend interessant ist. Da gleich mehrere Teammitglieder mit einer ausgeprägten Ost-Affinität ausgestattet sind, hatten wir uns in der Vorbereitung entsprechend eingelesen. Und wir haben einen kompetenten Kontaktmann, meinen Arbeitskollege Peter von Lenze, der in einem dieser Dörfer geboren ist und nach wie vor über gute Kontakte verfügt (Vielen Dank, lieber Peter, für deine Hilfe!).
Unser Ziel ist Rot-Front, oder Bergtal, wie dieses deutsche Dorf früher bis in die Stalin-Ära einmal hieß. Dort wollen wir Heinrich ‚Gena‘ Schmidt treffen, mit dem ich schon vor ein paar Tagen telefoniert habe. Heinrich soll uns vor Ort behilflich sein, weil wir gern mit deutsch-stämmigen Bewohnern in’s Gespräch kommen und wenn es geht auch in der Gegend zelten wollen.
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Tag 17 – Von Taschkent in die kasachische Steppe

Heute morgen muss der Apotheker wieder ran. Zwei Jungs haben seit gestern Durchfall, einer Husten und Schnupfen. Zum Glück habe ich in der Reiseapotheke alles Erdenkliche mit dabei. Das Frühstück fällt für Cord und Josch weitgehend aus – Carsten und ich essen dafür umsomehr von dem lokalen, wunderbar hergerichteten Buffet.
Vor der Abfahrt muss bei Bonnie noch ein Reifen gewechselt werden, eine dicke Schraube steckt tief in der Decke. Nach 9.500 Kilometern ist es erstaunlicherweise der erste kaputte Pneu.
Wir verlassen Taschkent in Richtung Nordosten, um schnell an die wenige Kilometer entfernte kasachische Grenze zu kommen. Die Grenzformalitäten sind diesmal einigermaßen schnell erledigt. Auf der usbekischen Seite will niemand die eigentlich geforderten Registrierungen sehen, die wir bei jeder Übernachtung abgestempelt bekommen haben. Ein Blick in’s Auto, ein Stempel in den Pass und weiter. Auf der kasachischen Seite müssen wir zwar fünf Stationen ablaufen, aber auch hier wandern alle notwendigen Stempel schnell auf die auszufüllenden Papiere. Am späten Vormittag liegt dann die unendliche Weite der kasachischen Steppe vor uns. Eigentlich hatten wir weiter öde Landschaft erwartet. Weit gefehlt, hier wird intensiv Landwirtschaft betrieben. In großem Stil wird hier Getreide angebaut, die riesigen abgeernteten Stoppelfelder verlieren sich im Dunst der am Horizont liegenden Hügel.
Wir passieren Schymkent und die Landschaft ändert sich. Zu unserer rechten türmen sich die ersten Bergketten, die schon auf der kirgisischen Seite liegen. Links von uns liegt flaches Ackerland, auf dem im großen Stil Zwiebeln angebaut werden. Wir sehen Kolonnen von Feldarbeitern, die die Feldfrüchte mit der Hand auflesen und in unendlich viele rote Säcke verpacken. Auch das Strassenbild ändert sich: Exzellente Teerdecke mit drei breiten Fahrstreifen je Richtung. Neben dieser Autobahn, die besser ist als bei uns zu Haus, liegt eine dicke, neue Eisenbahntrasse. Das ist sie, die Neue Seidenstrasse, die den Westen Chinas und Zentralasien mit Vorderasien und Europa verbinden wird. Hier etwas mehr Hintergrund zu diesem Vorhaben. Entlang der Strasse entsteht parallel die erste Sekundär-Infrastruktur, der Bau eines nach westlichem Stil entworfenen ‚Silk Road Motel‘ ist kurz vor der Fertigstellung. Zeuge einer gerade beginnenden neuen Epoche, die diese Gegend wohl nachhaltig verändern wird.
Weit in der Steppe sehen wir große Staubwolken, die sich beim Näherkommen als riesige Schafherden und – besonders schön anzusehen – als vielköpfige Herde freilaufender Pferde entpuppen.
Leider verleitet die gut ausgebaute Strecke auch zum Schnellfahren – wir werden geblitzt. Großer Mist, denn diesmal waren wir reichlich zu schnell. Der Peterwagen läßt seine Lichtbatterie aufleuchten und bringt unsere Fahrt jäh zum Stoppen. Angeblich waren wir mit 92 km/h statt mit 50 km/h unterwegs; irgendwo auf der Strecke hätte man uns von hinten fotografiert. Jetzt ist guter Rat teuer, denn wir sollen 400$ Strafe bezahlen, sonst würden wir nirgends mehr hinfahren. Oh je, was nun, soviele Westtaler haben wir im Leben nicht mehr. Dumm stellen hilft auch nicht, mit google translate macht uns der Schutzmann den Ernst der Lage klar. Nach einigem Hin und Her kratzen wir unsere letzte westliche Devisenreserve zusammen – für umgerechnet 240$ dürfen wir dann schließlich doch weiterreisen. „We respect you – and please respect our traffic rules“ übersetzt google noch zum Abschied. Demütig halten wir uns an diese Empfehlung.
Durch diese ‚Begebenheit‘ haben ist leider soviel Zeit verloren gegangen, dass wir den Grenzübertritt nach Kirgisistan heute leider nicht mehr schaffen. Wir fahren deshalb nur bis zum letzen Ort vor der Grenze – Merke. Heute soll es auf jeden Fall eine Nacht im Zelt sein, am besten in der Steppe, Richtung der kirgisischen Bergkette.
Der Supermarkt am Ort bietet Brot und Bier, sogar mit Kreditkarte zu bezahlen, aber leider kein Grillfleisch. Ein Schlachter muss her – aber wo finden, in der Dämmerung ohne kyrillische Schriftkenntnisse? Wie immer hilft Freund Zufall weiter. Bei Herumsuchen spricht uns ein einheimischer Kasache an, der einen dicken 12-Zylinder-Benz fährt, und fragt nach unserem Begehr. Über google translate mache ich unser Anliegen klar: Grillfleisch. Er lächelt breit und begleitet uns mit seinem Luxusschlitten zu einem unbeleuchteten Haus, wo er energisch am Tor klopft. Es erscheint ein Kopf, dem er auf russisch wohl klar macht, dass es hier um Leben und Tod geht. Kurze Zeit später geht das Licht an und eine Tür auf – wir stehen in einer winzigen Schlachterei, deren Inhaber ein riesiges Stück vom Rind aus einem altmodischen Kühlgerät wuchtet. Für 25 Dollar wäre der 20 Kilo schwere Fleischberg unser. Nur mit Mühe kann ich ihm erklären, dass nur sechs zarte Scheiben davon den Besitzer wechseln sollen. Für 10$ bekommen wir schließlich sechs tellergroße, überdaumendicke Rindersteaks vom Feinsten in die Tüte. Verhungern ausgeschlossen.
Bestens ausgerüstet suchen wir uns in der Finsternis weit oberhalb des Ortes in der Steppe einen passenden Zeltplatz. Schnell noch den Grill an den Kuhfänger gebastelt und schon brutzeln die ersten beiden Steaks über den glühenden Kohlen. Was für ein Genuß, was für eine Atmosphäre. Unter dem wolkenlosen Himmel der weiten Steppe genießen wir im Schein des untergehenden Mondes eine herrliche Mahlzeit. Das ganze Firmament ist bis zum Horizont herunter voller Sterne und das Band der Milchstrasse leuchtet matt am Himmel. Weit in der Ferne sehen wir ein großes Feuer rot leuchten. Die Bauern brennen hier häufig ihre Stoppelfelder ab. Schon den Tag über hing an vielen Stellen ein beißender Brandgeruch in der Luft.
Nach Mitternacht musizieren uns hunderte Grillen mit ihrem heimeligen Lied in einen tiefen Schlaf. Besser geht es nicht.

Bonnie&Clyde: An Teilen der Dachbox haben wir unterwegs alle Schrauben verloren, der erste Reifen ist kaputt
Stimmung im Team: Genießen einen atemberaubenden Abend
Kilometer: 610
Wetter: Tagsüber trocken-heiß, nachts angenehm warm

Tag 16 – Unterwegs auf der Seidenstrasse von Buchara nach Taschkent

Unsere Herberge war wieder wunderbar, eigentlich zu gediegen für solch eine Reise. Zum Frühstück gibt es heute regionale Spezialitäten. Die Herbergsmutter ist ein wenig böse mit uns: Wir hatten extra für sieben Uhr Frühstück bestellt, doch wir kommen nur schwer aus den Federn. Sie hatte wohl auch eine kure Nacht und schläft neben uns im Sitzen wieder ein.
Frisch gestärkt gehen wir den nächsten Abschnitt der Seidenstrasse an. An diesem Tag soll es über Samarkand nach Taschkent gehen, der Capitale von Usbekistan.
Heute sind wir klüger und tanken gleich als erstes. Nicht wieder so ein Drama wie gestern. Die Strasse ist wieder viel besser als erwartet, wir kommen schnell voran. Die Gegend unterscheidet sich nicht vom gestrigen Tag, wieder viel öde Steppe. In Smakand landen wir direkt in der alten Innenstadt. In einem wundervoll angelegten Park bewundern wir die große historische Moschee-Anlage und sehen auch die riesige Statue von Islam Karimov, der das Land nach der Unabhängigkeit so lange autokratisch beherrscht hat. Hier gibt es wieder unzählige westliche Touristen, die als kleine oder große Reisegruppen durch die Stadt ziehen. Wir besuchen auch den angepriesenen Bauernmarkt, der allerdings einigemaßen enttäuschend daherkommt. Es ist zwar wunderschön bunt – die Wuselei eines orientalischen Basars verströmt dieser Ort allerdings nicht. Die farbenfroh gekleideten Verkäuferinnen, die ihre selbstangebauten Obst- und Gemüsevariationen anbieten, ist allerdings viele tolle Fotos wert.
Auf dem Rückweg vom Markt machen wir noch beim Friseur halt. Carsten und ich lassen uns fachmännisch vom jungen Sohn des Coiffeurs das Haupthaar stutzen. Das wurde auch Zeit, denn eigentlich sollte der Haarschnitt schon in Istanbul erfolgen.
Vor der Weiterfahrt nach Taschkent telefoniere ich noch länger mit Heinrich Schmidt, den wir in ein paar Tagen besuchen wollen. Er wohnt in ‚Rot-Front‘, einer deutschen Siedlung in Kirgisien und spricht am Telefon ein perfektes deutsch. Der Abstecher dorthin wird uns tausend Kilometer Umweg kosten – doch das wird es wert sein. Denn dort wollen wir die wirkliche Geschichte und die Wurzeln der Spätaussiedler kennen lernen, die bei uns zu Haus unter dem missverstandenen Begriff der ‚Russland-Deutschen‘ subsumiert werden. Doch dazu dann in ein paar Tagen mehr…
Vor Taschkent wird die Gegend wieder grüner und Baumwollfelder ziehen sich hier in der Ebene bis an den Horizont. Usbekistan ist der viertgrößte Produzent dieser watteweichen Feldfrucht.
Unterwegs sehen wir unzälige Storchennester auf waghalsigen Konstruktionen oben auf den Strommasten. Durch die intensive Bewässerung muss es also eine Menge Kleingetier geben.
Die Stadt Taschkent überrascht mit einem, zum Rest des Landes in totalem Kontrast stehenden Aussehen. Im Gegensatz zu der historischen Anmut von Buchara und Samarkand gibt sich die Hauptstadt Taschkent modern und kosmopolitisch. Hier ist vom Flair der Seidenstrasse nix zu spüren. Hier will man vorn dabei sein. Wir kommen in der Dämmerung in der Stadt an und finden in einer günstigen Bleibe Quartier – hier in der Großstadt macht Zelten keinen Sinn. Cord und Josch sind heute platt. So gehen Carsten und ich nach dem Essen nochmal allein los. Ein Bier vor dem Schlafen wäre nett. Gleich um die Ecke gibt es zufällig eine Ecke mit mehreren Nachtlubs. Wir landen im
„The Temple Pub“, einer Mischung aus Restaurant und Discothek, der mit Devotionalien englischer Fussballclubs vollgestopft ist.
Neben uns am Tisch feiert eine Gruppe einheimischer Büro-Menschen, die unglaublich viel Spaß zu haben scheint. Als die richtige Musik läuft, bieten die Männer eine Runde Ausdruckstanz zu ansprechender russischer Elektro-Musik. Mein Shazam läuft mit, damit wir diese coole Musik morgen im Auto nachhören können. Gegen Mitternacht haben wir genug von diesem Etablissement und verschwinden in die Fall.

Bonnie&Clyde: Ich höre das Quietschen gar nicht mehr…
Stimmung im Team: Der Apotheker ist gefragt; Durchfall und Husten/Schnupfen bei drei Reiseteilnehmern
Kilometer: 560
Wetter: wieder angenehm warm

Tag 15 – Unterwegs auf der Seidenstrasse

Heute beginnt der nächste Abschnitt unseres Abenteuers: Wir fahren entlang der legendären Seidenstrasse und wollen die sagenhaften Städte aus tausendundeiner Nacht besuchen. Touristenprogramm, sozusagen.

Der Tag startet mit einem leckeren Frühstück bei Oma Rahman, es gibt Kaffee und sogar gebratene Eier. Nachdem wir uns mehrfach umarmend von Oma Rahman und ihrer Familie wortreich verabschiedet haben, verlassen wir Urganch und das umliegende fruchtbare Tal, das sich hier an der turkmenischen Grenze entlang zieht, Richtung Südosten. Die eben noch unzähligen Baumwollfelder sind verschwunden und wir tauchen wieder ein in die trostlose Ödnis der Wüste Karakum. Da große flache Nichts erstreckt sich bis an den Horizont. Als unendliche Gerade verliert sich die neue, aber wenig befahrene Straße weit voraus an der Grenze zwischen Himmel und Erde. Kaum vorstellbar, unter welchen Strapazen die Menschen hier vor Jahrhunderten mit ihren Karawanen entlang gezogen sind. Und wir schaukeln heute in unseren – zugegeben stickigen, staubverseuchten – Autos über eine schier endlose Teerpiste.
Hm, irgenwie haben wir heute morgen vergessen zu tanken. Beide Autos waren zwar noch halb voll, aber hier im Nirgendwo sehen wir weit und breit keine einzige Tankstelle. Und das schon seit über 100 Kilometern. Genau für Strecken wie diese hatten wir eigentlich die zusätzlichen Sprit-Tanks auf den Dachträger geschraubt. Aber blöderweise sind die immer noch gähnend leer. Dummheit muss wohl bestraft werden. Nach weiteren 50 Kilometern meldet Cord via Funk, dass seine Reservelampe nun leuchtet. Schönes Ding. Laut Karte ist der nächste Ort noch 60 Kilometer entfernt – und wer weiß, ob es da überhaupt Sprit gibt. Als der Ort dann am Horizont erscheint, zuckt Clydes Tanknadel schon nicht mal mehr. Eine Tankstelle erscheint, juchei. Doch zu früh gefreut, dort gibt es nur Gas. Dem Leser sei erklärt, dass in Usbekistan die Mehrzahl der Autos mit Gas betrieben werden, das gibt es im Land in großer Menge. Benzin ist in Usbekistan zeitweise gar nicht oder nur in minderer Qualität zu bekommen.
Ein paar Kilometer weiter soll es aber Benzin geben. Und so rollen wir dann tatsächlich mit dem allerallerletzen Tropfen Treibstoff an die Zapfsäule mit dem rettenden Sprit.
Die Schweißperlen auf der Stirn trocknen und weiter geht es, der modernen Auflage der Seidenstrasse folgend. Auch hier gibt es bessere und schlechtere Abschnitte auf der Strasse. Doch Schlaglöcher schocken uns schon lang nicht mehr. Alles unter 10 Liter Fassungsvermögen wird schlicht ignoriert. Man orientiert sich grob am Vordermann. Wenn der nicht zu hoch springt, fährt man einfach weiter.
Und doch unterscheiden sich hier Strasse und Verkehr deutlich von den vorher von uns bereisten Ländern Turkmenistan oder Iran. Zum einen sieht man hier sehr wenig Müll. In den Ortschaften, die wir durchfahren, sieht man Kollonnen von Frauen, die die Strassen mit Reisigbesen sauber halten. Hut ab! Zum anderen gibt es eine Armada von Kleibussen asiatischer Herkunft, die hier den Nahverkehr erledigen. Die Einwohner gehen nicht zu Bushaltestelle – sie stehen einfach irgendwo an der Strasse und winken mit dem Arm. Ähnlich funktioniert das beliebte Reisen ‚per Anhalter‘. Überall stehen Menschen an der Strasse und halten den Zeigefinger nach unten oder winken, um mitgenommen zu werden.
Und ich dachte immer, dass die Menschen UNS Zuwinken… 🙂 Alle paar duzend Kilometer durchfahren wir einen Polizeiposten. Was genau deren Aufgabe ist, erschließt sich uns nicht.

Früh am Nachmittag erreichen wir Buchara, einer der legendären orientalischen Orte an der Krawanenroute. Und tatsächlich ist hier noch der Flair der früheren Blütezeit zu erahnen. Unsere erste Station ist die historische Karawanserei in der von hohen Wehrmauern umgebenen Altstadt. Ich fühle mich sofort an den Film Troja erinnert, als die Griechen vor einer ebenso hohen Mauer in der Wüste standen. Mächtig und schier unüberwindlich muß dieser Koloss auf ankommende Reisende gewirkt haben. Wir besuchen das Museum und sehen die Zeugnisse aus der Blütezeit dieser Stadt. Erstmals seit Istanbul sind hier auch wieder ‚echte‘ Touristen in größerer Zahl zu sehen. ‚Silk Road‘ zieht.
Anschließend sehen wir uns noch die große alte Moschee im Zentrum der Altstadt an; ein wunderschönes Bauwerk mit bunt gefliesten Fassaden, gewölbeartigen Säulengängen und ausladenden, kunstvoll gepflasterten Plätzen. Leider sind hier die wenigsten Erklärungen auf englisch, so dass wir uns die meisten Dinge zusammenreimen müssen. Trotzdem sehr lohnend.
Anschließend ist Pause in einem Restaurant mit Blick auf die Zitadelle, wo wir uns auf Diwanen niederlassen. Es gibt Kebab und Salat und ein erstes kühles Bier – wunderbar. Es ist so gemütlich und der Blick auf die uns umgebenden Menschen so interessant, dass wir lange sitzen bleiben. So lange, dass das Weiterfahren keinen Sinn mehr macht. Lieber noch ein zweieinhalbtes Usbekenbier und eine Unterkunft in der Nähe suchen. Letzteres ist Dank Internet auch an diesem Ort kein Problem mehr. Eine kleine, günstige Herberge mit Vierbettzimmer und Frühstück ist rasch gefunden und bezogen. Danach geht’s nochmal los in die Stadt. Wir sitzen auf einem wunderbaren Platz unter Bäumen und lassen den Tag bei Bier und Gequatsche ausklingen. Toll ist die Livemusik, die uns geboten wird. Ein Jugendlicher spielt in genialer Weise auf einer elektrischen Geige und verzaubert uns mit seinen Klängen an diesem stimmungsvollen Sommerabend.
Um halb zwölf werden alle Bürgersteige hoch geklappt und die Stadt kommt unerwartet plötzlich zur Ruhe. Wir auch – nicht ohne vorher noch ein paar Bilder von der beleuchteten Turm der Moschee zu knipsen.

Bonnie&Clyde: Wenn’s quietscht, dann weiß man, dass das Teil noch da ist – sagt Carsten
Stimmung im Team: Feels like tourist
Kilometer: 430
Wetter: Tagsüber wieder heiß, abends in der Stadt sehr angenehm

Tag 14 – Von Nukus zum Aralsee und zurück

Die Nacht ist wie immer früh zu Ende. Die Mannschaft hat mehr oder weniger viel Schlaf bekommen. Cord und Josch sind durchaus noch nicht auf Ballhöhe, gegen den Druck im Kopf wird kalt geduscht und das ‚Vitaminpräparat‘ Aspirin gereicht.
Im Frühstückssaal treffen wir die usbekischen Soldaten, bei denen die exzessive Feier, deren Ende erst wenige Stunden zurück liegt, erstaunlicherweise keine sichtbaren Spuren hinterlassen hat. Zum Frühstück gibt es Kaffee, Brot und Käse und endlich mal ein gebratenes Ei.
Das Auschecken aus dem Hotel wird nochmal zum Problem. Nur Visa oder Landeswährung werden akeptiert., wir haben Mastercard und Dollar und ein zwar dickes, aber nicht ausreichendes Bündel usbekischer Sum. Na prima. Also los, Geld tauschen in der Bank. Das geht zwar erstaunlich schnell, für den ausgehändigten Geldstapel benötigt man aber eine mittelgroße Tragetasche. Was für Papiermengen!
Nachdem wir dem jungen Hotelier die 568.000 Sum auf den Tresen gezählt haben, geht es los Richtung Aralsee. Zweieinhalb Stunden nordwestlich von Nukus entfernt liegt der Ort Moynak, der Zeugnis einer der größten ökologischen Katastrophen unserer Zeit ist. Noch vor 30 Jahren war der Aralsee mit der Größe Bayerns einer der größten Seen der Welt. Heute ist nurmehr eine größere, mehr oder weniger versalzene Pfütze davon übrig geblieben. Echt gruselig. Und in Moynak, einem ehemals blühende Ort, der von Fischfang und -verarbeitung lebte, liegen rostende Schiffswracks mahnend im Sand der versteppten Ödnis. Grund für diese irreparablen Ökokatastrophe ist der intensive Anbau von Baumwolle in Usbekistan, der die Zuflüsse des Sees trockenlegt. Die Herstellung eines T-Shirts verbraucht laut Wikipedia 2.000 Liter Wasser! Und wir kaufen verdammt viele T-Shirts, ohne die dahinter liegende Wirkungskette auch nur zu erahnen. Das weitere Problem hier ist die Versalzung, durch die die Ackerflächen nach einer überschaubaren Anzahl Ernteperioden unfruchtbar werden.
Von einem Aussichtspunkt, von dem aus man früher weit über den See blicken konnte, schaut man heute in eine bis zum Horizont reichende versandete Steppe.
Sprachlos verlassen wir diesen trostlosen Ort. Auf dem Weg halten wir an einer Bäckerei und kaufen Brot bei einem Bäcker, der vor unseren Augen die Teigwaren kunstvoll herstellt. In einem Lehmofen klatscht er die frisch hergestellten Backlinge von innen an die von einem Holzfeuer erhitze Ofenwand. Die Backlinge tragen einen Stempel von der Größe eines Handtellers und bezeugen damit die Kunst des alten Bäckermeisters. So lecker schmeckt die noch warme Backware nicht einmal zu Haus.

Auf dem gleichen Weg wie morgens fahren wir die knapp 200 Kilometer zurück Richtung Nukus. Christoph fährt voran und wir brauchen nicht einmal zwei Stunden bis zu unserem Ausgangsort, von dem aus wir am Morgen gestartet sind.
Doch die Geschwindigkeit hat ihren Preis. Auf einer Brücke werden wir geblitzt. Glück gehabt, die
Kontrolettis halten den Wagen nach uns an. Dieses Glück hält jedoch nur 8 Kilometer, denn an der nächsten Polizeikontrolle werden wir von grinsenden Polizisten aus dem Strom der Fahrzeuge gewunken. Ich werde aus dem Auto gewunken und mir wird Wortreich mein Vergehen erläutert. ‚Ja nesnaju russky yasik‘ – ich verstehe kein Russisch: Carsten hat mir beigebracht, dass man sich erstmal dumm stellen muss. Nützt aber nix, ich muss mit einem der Beamten zurück zu der Stelle fahren, wo wir geblitzt wurden. Die Fahrt dorthin ist eine reine Gaudi. Der Polizist findet es toll, in einem Rally-Fahrzeug zu sitzen und animiert mich, schneller zu fahren. So rauschen wir mit 100km/h durch die Vorstadt – Fenster runter und Musik laut. Er möchte gern gesehen werden und winkt seinen Freunden und Bekannten johlend zu. Ich bin total perplex. Für unser Vergehen – sie haben beide Autos tasächlich mit 70km/h statt der vorgeschriebenen 50km/h geblitzt – sollen wir 100$ pro Auto bezahlen. Nach einigem Verhandeln, dass unter Lachen und Feixen stattfindet, einigen wir uns auf 25$ insgesamt. Nach einer herzlichen Umarmung und Wünschen für eine sichere Weiterreise dürfen wir wieder los. Leider darf ich die Jungs nicht mit dem Bilderrahmen fotografieren. Diese Erinnerung muß ohne Bild im Kopf bleiben.
Als Fazit: Das war nach knapp 8.500 km die erste ernsthafte Auseinandersetzung mit der Polizei – und die war auch noch freundlich. Nix da mit Abzocke und Schmiererei; ich hatte das ehrlich gesagt anders erwartet.
Wir haben durch dieses Erlebnis leider eineinhalb Stunden verloren und können das Tagesziel, Buchara, leider nicht mehr erreichen. Nach weiteren zwei Stunden Fahrt durch eine wirklich eintönige Wüste wird es langsam stockdunkel. Wir fahren die schlaglochgespickte Piste zwar weiter, doch die Fahrerei wird langsam anstrengend und gefährlich. Nicht nur die Schlaglöcher bedrohen unsere Sicherheit, es gibt auch jede Menge schlecht- oder nicht-beleuchteter Verkehrsteilnehmer, die hier im Dunkeln noch todesmutig unterwegs sind.
Schweren Herzens brechen wir die Fahrt ab und suchen uns im nahegelegenen Urganch Quartier. Und wie es so ist, wenn man unterwegs ist: Durch Zufall finden wir eine geniale Unterkunft. Frau Rahman bietet privat ein Vierbettzimmer an, mit Frühstück, Dusche und Parkplatz für schmales Geld.
Als wir ankommen, kocht Oma Rahman auch noch ein Abendessen für uns. Cooler geht es nicht. Später kommen noch Sohn, Schwiegertochter und Enkel, um uns zu begutachten. So oft verirrt sich hierher kein Europäer. Carsten und Josch haben noch kühles Bier geholt. Und so geht der Abend bei lustigen Gesprächen gegen Mitternacht zu Ende. Wow, es gibt richtig gute Matratzen, die auf dem teppichbelegten Boden liegen. Wunderbar.

Bonnie&Clyde: Bonnie quietscht immer noch – ich bin skeptisch
Stimmung im Team: nachdenklich am Aralsee, dankbar bei Frau Rahman
Kilometer: 566
Wetter: stabil sonnig und ordentlich warm

Tag 13 – Von Derweze bis Nukus

Die Nacht ist wieder früh vorbei, denn wir wollen den Sonnenaufgang in der Wüste erleben.
Gegen halb sieben sind wir schon aus den Federn. Michael und Stefan Bischoff, die ‚brothers on tour‘ aus der Schweiz, haben die Nacht in ihrem VW Caddy neben unseren Zelten verbracht.
Gemeinsam genießen wir in der aufgehenden Sonne das Frühstück. Wir unsere EPA-Pakete aus Bundeswehrbeständen, sie ihr schweizer Rösti aus der Pfanne. Wir löslichen Kaffee von Jacobs, sie Espresso frisch aus dem italienischen Kocher. Nunja.
Als wir gemeinsam losfahren, sitzen die Schweizer nach hundert Metern im tiefen Sand fest. Das sah fast wie Absicht aus. Der Abschlepp-Versuch mit Clyde schägt fehlt, zu tief sitzt der Caddy im Sand vergraben. Zum Glück sind ein paar Einheimische mit einem alten Laster am Start und ziehen die Karre aus dem Staub. Auch später am Tag brauchen die Schweizer Kollegen noch zwei-, dreimal Hilfe. Ihre Batterie ist mausetot.
Jetzt aber Beeilung, wir müssen auf jeden Fall heute noch aus dem Land. Umser Transitvisum git nur noch heute. Doch die ersten 150 Kilometer der Piste enach Norden, nach Usbekistan sind viel besser als erwartet. Entlang des Weges in der menschenleeren, kargen Wüste Karakum sehen wir ab und an eine kleine Herde Dromedare – sonst nichts. Zum Ende wird die Strasse anspruchsvoller. Obwohl wir uns wieder der Zivilisation nähern und längs des Weges die ersten Ziegenherden und Felder auftauchen, ist der Zustand der Strassen hier katastrophal. Schlaglöcher in jeder nur erdenklichen Breite und
Tiefe, dazu Spurrillen, die wie ein in Teer gegossener Kartoffelacker daher kommen. Phasenweise wechseln sich Teer-, Schotter- und Sandpisten im Hundertmetertakt ab. Trotzdem erreichen wir die usbekische Grenze ein paar Stunden früher als geplant. Endlich einmal nicht spät dran auf dieser Reise. Die Ausreise aus Turkmenistan geht erfreulich viel schneller als die Einreise. Das Personal ist freundlich, die Prozedur kurz. Auch hier bei der Ausreise werden wieder Fingerabdrücke genommen und das Gepäck kontrolliert. Nur viel freundlicher.
Auf der usbekischen Seite geht es erstmal nicht voran, es ist Mittagspause. Außer uns, wir sind die einzigen Autos, sind nur ein paar Grenzgänger zu Fuß unterwegs. Nachdem sich die Grenze geöffnet hat geht es trotz nicht gleich weiter. Der Grenzer, der unsere Pässe kontrollieren soll, hält Mittagsschlaf in seiner Kontrollbutze. Erst durch vorsichtiges Klopfen einer Einheimhischen schreckt er aus seinen wohl wohlverdienten Träumen.
Am Ende geht es auch hier relativ fix. Nachdem nun zum x-ten Male unsere Fahrzeugpapiere geprüft, un die Reisepässe gestempelt sind, werden wir winkend in’s Land gewunken. Direkt hinter der Grenze noch ein kurzer Stopp – warten bis das andere Fahrzeug auch durch ist. Und wieder staunen wir, als ein zufällig vorbeikommender Usbeke uns mit ein paar Brocken Deutsch anspricht.
In Nukus, der ersten Stadt hinter der Grenze, wollen wir Geld tauschen und etwas Essen. Sollte eigentlich kein Problem sein. Denkste. Die Geldautomaten, die wir finden, geben entweder kein Geld aus, oder nur Dollar. Ok, da haben wir schon mal Dollar. Doch das Restaurant, in das wir dann gehen, nimmt weder Kreditkarte noch Dollar. In der Bank, die wir als nächstes aufsuchen, erklärt man uns beschämt, dass die Banken in Usbekistan nur bis 16.00 Uhr Dollar eintauschen dürfen. Crazy.
Zuletzt gäbe es noch die Möglichkeit, auf dem Baar zu tauschen. Ok, dann eben so.
Der Markt entpuppt sich als ausgewachsener Basar mit allem Pipapo, auf dem wir die fliegenden Geldwechsler auch bald finden. Etwas aufgeregt und angespannt ist die Situation schon, aber dann halten wir ein mehrere Zentimeter dickes Bündel mit Banknoten in der Hand. Damit kaufen wir paar frisch gebrutzelte Leckereien auf dem Markt und beziehen dann unser Hotel, das wir zwischendurch über booking.com festgemacht hatten.
Duschen. DUSCHEN! Boah, tut das gut. In den letzten beiden Tagen fiel die Hygiene eher spärlich aus und der Wüstenstaub sitzt einfach überall. Das Restaurant der Wahl ist direkt nebenan, es soll Fleisch und Pivo geben. Dort treffen wir auch die ubekischen Soldaten wieder, die im selben Hotel wohnen.
Es wird ein denkwürdiger Abend. Deutsch-usbekische Freundschaft, ganz im Sinne der Rally 🙂
Ein junger Hauptmann, der ein paar Sätze deutsch spricht, kommt an den Tisch und hilft uns bei der Bestellung. Fleisch mit Kartoffeln, dazu Salat, Brot und für jeden ein Bier. ‚Schnaps?!‘ ist seine erste suggestive Frage. Also gibt es auch eine Flasche Vodka auf den Tisch, die er sozusagen als Vorspeise mit uns niederringt. Carsten, der zunächst sein Glas zuhält, kommt auch nicht drumherum.
Nachdem Essen sitzt Asram, wir kennen jetzt den Namen unseres neuen Freundes, wieder bei uns und wir fangen an zu erzählen. Seine Mutter sei Deuschleherin, seine Schwester sei Deutschleherin, er stamme aus Romintan bei Buchara und diene beim Militär dortunddort. Graturliere, herzlichen Glückwunsch, Prost. Das und etwas mehr aus seinem deutschen Wortschatz erzählt er uns wieder und wieder und es wird klar, dass der junge Mann schon reichlich vo Vodka genascht haben muss. Und obwohl sich die Konversation scheinbar im Kreise dreht, haben wir bei einem weiteren Bier und noch einem Vodka zusammen eine Menge Spaß.
Oben im Restaurant ist Disco. Wir werfen einen Blick – aber nur wenige Einheimische drehen sich trunken im Kreis. Vor der Tür treffen wir Asram wieder, er telefoniert mit seiner Schwester, der Lehrerin. Wir sollen sie besuchen in der Schule Nummer 19, wenn wir in Buchara vorbeikommen. Mal sehen.
Eigentlich könnte der Abend jetzt zu Ende gehen – könnte. Carsten und Christoph verabschieden sich tatsächlich, Blog schreiben und schlafen. Doch Cord und Josch sind heiß und wollen mit Hauptmann Asram noch in einen Club. Es wird eine heiße Nacht – sie ziehen mit den Soldaten durch mehrere Kneipen und kommen erst spät in der Nacht leicht lädiert aber glücklich zurück.

Bonnie&Clyde: Bonnie quietscht lauter – egal, sagt Carsten
Stimmung im Team: perfekt, später lädiert
Kilometer: 380
Wetter: sonnig und warm